Leitmerkmalmethode-Rechner
Leitmerkmalmethode-Rechner für Heben, Halten und Tragen
Bewerten Sie die körperliche Belastung durch Lasten ab 3 kg – direkt im Browser, ohne Download und ohne Anmeldung.
Kriterien
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Ansatzpunkte für die Gestaltung
Diese Ansätze folgen aus Ihren Eingaben.
Was die Leitmerkmalmethode Heben, Halten und Tragen leistet
Die Leitmerkmalmethode Heben, Halten und Tragen – kurz LMM-HHT – ist ein Screening-Verfahren der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Sie hilft dabei, die körperliche Belastung beim manuellen Heben, Halten und Tragen von Lasten zu beurteilen.
Mit dem Leitmerkmalmethode-Rechner können Sie diese Bewertung direkt online durchführen. Der Rechner ist für Tätigkeiten vorgesehen, bei denen Beschäftigte Lasten ab 3 kg von Hand aufnehmen, halten, umsetzen oder über kurze Strecken tragen.
Für die Berechnung werden sechs Merkmale bewertet:
- das wirksame Lastgewicht
- die Art der Lastaufnahme
- die Körperhaltung
- ungünstige Ausführungsbedingungen
- die Arbeitsorganisation
- die Häufigkeit und Dauer der Tätigkeit
Für jedes Merkmal werden Punkte vergeben. Die Summe dieser Punkte wird anschließend mit der Zeitwichtung multipliziert. Daraus ergibt sich der Gesamtpunktwert der LMM-HHT.
Der Punktwert ordnet die Tätigkeit einem von vier Risikobereichen zu:
- Unter 20 Punkten: Eine körperliche Überbeanspruchung ist unwahrscheinlich.
- 20 bis unter 50 Punkte: Vermindert belastbare Personen können überbeansprucht werden.
- 50 bis unter 100 Punkte: Eine Überbeanspruchung ist auch bei normal belastbaren Personen möglich.
- Ab 100 Punkten: Das Risiko ist hoch. Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsplatzes sind erforderlich.
Die Grenzen zwischen den Risikobereichen sind fließend. Die persönliche Belastbarkeit, die individuelle Arbeitstechnik und die tatsächlichen Arbeitsbedingungen können die Belastung beeinflussen. Das Ergebnis des Leitmerkmalmethode-Rechners dient deshalb als Orientierung und nicht als abschließendes Urteil.
Warum Heben, Halten und Tragen beurteilt werden müssen
Nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes müssen Arbeitgeber mögliche Gefährdungen am Arbeitsplatz beurteilen und dokumentieren.
Für das manuelle Heben, Halten und Tragen von Lasten gelten zusätzlich die Vorgaben der Lastenhandhabungsverordnung. Danach muss die manuelle Handhabung schwerer Lasten möglichst vermieden werden. Ist das nicht möglich, muss die verbleibende körperliche Belastung beurteilt und so weit wie möglich reduziert werden.
Die LMM-HHT ist dafür ein anerkanntes Bewertungsverfahren. Ihre Anwendung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben – die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung dagegen schon.
Für welche Tätigkeiten gilt die LMM-HHT?
Die Leitmerkmalmethode Heben, Halten und Tragen gilt für Tätigkeiten, bei denen Lasten ab 3 kg von Hand bewegt werden. Dazu gehören beispielsweise:
- das Anheben und Absetzen von Behältern
- das Aufnehmen und Ablegen von Werkstücken
- das Umsetzen schwerer Bauteile
- das Halten einer Last während der Bearbeitung
- das Be- und Entladen von Paletten
- das Tragen von Lasten über kurze Strecken
Entscheidend ist, dass die Last ohne technische Hilfsmittel von einer Person aufgenommen, gehalten oder getragen wird.
Werden Lasten über Strecken von mehr als zehn Metern getragen oder bestehen besonders ungünstige räumliche Bedingungen, ist eine zusätzliche Beurteilung erforderlich. Für das Ziehen oder Schieben von Lasten ist der LMM-HHT-Rechner nicht vorgesehen.
Beispiel für die Berechnung mit der LMM-HHT
Ein Mitarbeiter hebt im Wareneingang etwa zwanzigmal täglich einen 45 kg schweren Behälter. Er nimmt den Behälter in stark vorgebeugter Haltung auf und stellt ihn in leicht vorgebeugter Haltung auf einer Ablage ab.
Die Kraftübertragung ist deutlich erschwert. Außerdem gibt es keinen ausreichenden Wechsel zwischen belastenden und weniger belastenden Tätigkeiten.
Für dieses Beispiel ergibt sich eine Zeitwichtung von 1,5 und eine Merkmalssumme von 120 Punkten:
120 × 1,5 = 180 Punkte
Damit liegt die Tätigkeit im Risikobereich 4. Es besteht ein hohes Risiko für eine körperliche Überbeanspruchung. Der größte Belastungsfaktor ist das wirksame Lastgewicht, das allein 100 der 120 Punkte verursacht.
Eine geeignete mechanische oder elektrische Hebehilfe kann die Last vollständig übernehmen. Dadurch wird der entscheidende Belastungsfaktor deutlich reduziert und das manuelle Heben, Halten und Tragen der schweren Last vermieden.
Häufige Fragen zum Leitmerkmalmethode-Rechner für Heben, Halten und Tragen
Ab welchem Punktwert sind Maßnahmen erforderlich?
Das Ergebnis des LMM-HHT-Rechners wird einem von vier Risikobereichen zugeordnet:
- Unter 20 Punkten: Eine körperliche Überbeanspruchung ist unwahrscheinlich.
- 20 bis unter 50 Punkte: Maßnahmen können besonders für vermindert belastbare Personen sinnvoll sein.
- 50 bis unter 100 Punkte: Gestaltungs- und weitere Präventionsmaßnahmen sollten geprüft werden.
- Ab 100 Punkten: Das Risiko ist hoch und Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsplatzes sind erforderlich.
Je höher der Punktwert ausfällt, desto dringender sollten die Belastungen beim Heben, Halten und Tragen reduziert werden.
Ersetzt der LMM-HHT-Rechner eine Gefährdungsbeurteilung?
Nein. Der Leitmerkmalmethode-Rechner ermittelt einen Punktwert und ordnet die Tätigkeit einem Risikobereich zu. Das Ergebnis dient als Orientierung und kann Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung sein.
Eine vollständige Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz umfasst weitere Schritte. Dazu gehören die Beurteilung zusätzlicher Gefährdungen, die Festlegung geeigneter Maßnahmen, die Kontrolle ihrer Wirksamkeit und die Dokumentation.
Der Rechner unterstützt somit die Bewertung des manuellen Hebens, Haltens und Tragens, ersetzt die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung aber nicht.
Warum unterscheidet der Rechner zwischen Männern und Frauen?
Das Formblatt der LMM-HHT enthält für das wirksame Lastgewicht unterschiedliche Wertereihen für Männer und Frauen. Damit werden durchschnittliche Unterschiede bei den körperlichen Leistungsvoraussetzungen berücksichtigt.
Je nach Auswahl kann dieselbe Last deshalb unterschiedlich gewichtet werden. Alle anderen Merkmale und Angaben bleiben unverändert.
Ab welchem Gewicht gilt die Leitmerkmalmethode Heben, Halten und Tragen?
Die LMM-HHT ist für das manuelle Heben, Halten und Tragen von Lasten ab 3 kg vorgesehen.
Auch leichtere Lasten können körperlich belastend sein, beispielsweise bei sehr hoher Häufigkeit oder einer dauerhaft ungünstigen Körperhaltung. Solche Tätigkeiten werden jedoch nicht allein mit der LMM-HHT beurteilt und müssen gegebenenfalls gesondert betrachtet werden.
Was bedeuten die Zusatzpunkte im LMM-HHT-Rechner?
Die Zusatzpunkte berücksichtigen Belastungen, die in den vorgegebenen Haltungsbildern nicht vollständig erfasst werden. Dazu gehören:
- eine Verdrehung des Oberkörpers
- ein körperferner Lastschwerpunkt
- angehobene Arme
- Arbeiten mit den Händen über Schulterhöhe
Insgesamt können höchstens 6 Zusatzpunkte angerechnet werden – auch wenn die Summe der einzelnen Bewertungen höher ausfällt.
Wie oft muss ich neu beurteilen?
Wer darf die Beurteilung durchführen?
Was ist eine Teil-Tätigkeit?
Zählt die Pausenzeit mit?
Was, wenn mehrere Personen gemeinsam heben?
Wichtiger Hinweis: Der Leitmerkmalmethode-Rechner dient der orientierenden Beurteilung des manuellen Hebens, Haltens und Tragens von Lasten. Für ein zuverlässiges Ergebnis müssen die zu bewertende Teiltätigkeit und die tatsächlichen Arbeitsbedingungen genau bekannt sein. Ungenaue Angaben können das Ergebnis verfälschen.
Der Rechner ersetzt weder eine fachkundige Bewertung noch die vollständige Gefährdungsbeurteilung und deren Dokumentation.
Die Berechnung, Wichtungen und Risikobereiche basieren auf der Leitmerkmalmethode Heben, Halten und Tragen (LMM-HHT) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Dort finden Sie auch die offiziellen Formblätter, Handlungsanleitungen und interaktiven Rechenhilfen.
